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14
Mrz
2006

kunst in der gaskammer

der bembelkandidat berichtet kritisch über die kunstaktion von santiago sierra in pulheim. eine ehemalige synagoge wird mit gas gefüllt und dann werden die besucher mit gasmasken reingeschickt. in einem kommentar schreibt semmel:
"Kunst muss provozieren und vor den Kopf stoßen. Das ist verdammt noch mal ihre Aufgabe. Da darf guter Geschmack und ähnliches keine Rolle spielen."

ich stimme semmel zu, kunst muß provozieren dürfen und bigottes geschwätz gibt es genug, stimmt auch. trotzdem ist die aktion mißraten, das ist nicht eine frage des geschmacks, sondern der aktion an sich. die aktion selbst ist banal und auf thrill ausgelegt, es geht ihr weniger um die erinnerung (eine entsprechende umsetzung findet zu keiner zeit statt), die synagoge ist lediglich staffage. da stimme ich dem bembel zu. kunst, die offenbar um der provokation willen provoziert, die wird dem vorgeblichen thema wirklich nicht gerecht, den gefühlen und empfindungen der opfer eh nicht. eine drastische aktion muß sich auch drastische kritik gefallen lassen.
ich bin mir unschlüssig, wie mit dieser aktion umgegangen werden sollte.
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